Dresden 2025

Dresden 2025

Jetzt beginnt die heiße Phase der Bewerbung. Das Jahr 2025 liegt zwar scheinbar noch in ferner Zukunft, aber die Vorbereitungen laufen schon. Seit Monaten arbeitet das Dresdner Kulturhauptstadtbüro gemeinsam mit Kurator Michael Schindhelm, Kulturexpertinnen und Kulturexperten, Akteuren aus Dresdner Institutionen, der freien Szene und Bürgerinnen und Bürgern der Stadt an der Bewerbung. Aus all den Diskussionsveranstaltungen und Gesprächen unter dem Arbeitstitel „Kultur des Miteinanders“ entwickelten wir das neue Leitmotiv unserer Bewerbung:

Neue Heimat Dresden 2025

Der Fokus 2019 liegt nun auf der Erstellung des Bewerbungsbuches (Bidbook). 60 Seiten werden Ende September bei der Kulturstiftung der Länder eingereicht. Keine Seitenanzahl für einen Roman, aber dennoch ein Schriftstück das bewegen soll. Denn es geht dabei vor allem um die Zukunft unserer Stadt. Den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ erhält nur die Stadt, die in ihrer Bewerbung einen bedeutsamen Beitrag für ihre Zukunft, aber auch für die Zukunft Europas leisten will und dazu auch in der Lage ist.
Was wollen wir also in Dresden verändern, was beibehalten? Welche Geschichten können wir erzählen, und inwieweit sind diese relevant für Europa? Darauf wird das Dresdner Bewerbungsbuch antworten und damit interdisziplinäre kulturgetriebene Stadtentwicklung gestalten.
Essenziell ist dabei die Frage nach dem Warum. Warum bewerben wir uns und was macht Dresden einzigartig? Diese Frage ist nicht nur für die Jury wesentlich, sondern auch für unsere gesamte Strategie. Warum sollte die Kulturstadt Dresden 2025 auch Kulturhauptstadt Europas werden? So wie Europa der alte kulturgeprägte Kontinent ist, steht Dresden exemplarisch für die alte kulturgeprägte europäische Stadt. Doch Dresden ist nicht nur für den historisch gewachsenen kulturellen Reichtum exemplarisch, sondern auch für die aktuelle Krise des Kontinents. Vor Ort entladen sich soziale Spannungen auf der Straße, es wird permanent um die eigene Geschichte gerungen. Dresden sucht Antworten für eine gemeinsame Zukunft – durch die Kulturhauptstadtbewerbung wollen wir gemeinschaftlich darauf antworten.
Wir wollen mit den Dresdnerinnen und Dresdnern das Motto „Neue Heimat Dresden 2025“ als Vision ausgestalten, sie mit Leben füllen und ein neues Gefühl des Zusammenhaltes in der Stadt erzeugen. Unter dem Motto spielen die Themen eine Rolle, die in ganz Europa für Gräben und offene Konflikte sorgen: Bin ich bereit für die technologische Veränderung meiner Alltagswelt oder lehne ich sie ab? Stütze ich weiter unsere demokratischen Grundprinzipien oder halte ich sie für überholt? Bin ich ein Gewinner der wirtschaftlichen Entwicklung durch Globalisierung oder stehe ich auf der Seite der Verlierer? Bin ich bereit, Menschen anderer Herkunft und Religion in meine Gesellschaft einzuladen oder will ich Abschottung? Immer wieder kommt es anhand dieser oder ähnlicher Fragen zum Streit bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Unter dem Dach „Neue Heimat“ wollen wir Mittel und Wege finden, diesen Streit mit Hilfe von Kultur in andere Bahnen zu lenken.

Michael Schindhelm
Kurator der Dresdner Bewerbung

Unser Motto versteht sich als eine Einladung an Dresdner und die Menschen in Europa und der Welt, eine neue Heimat mitzugestalten. Neu wird diese Heimat insofern sein, als sich die Menschen in Dresden, in Deutschland und in Europa Herausforderungen stellen müssen, die die Globalisierung mit wachsender Komplexität mit sich bringt: Dazu gehören insbesondere Fragen rund um soziale Gerechtigkeit, Migration, Digitalisierung oder Urbanisierung. Neu wird diese Heimat insofern sein, als dass sich die Menschen nicht hinter kulturellen Traditionen und politischen Grenzen verschanzen, sondern gemeinschaftlich auf diese Fragen Antworten suchen. Dazu laden wir ein. Die Antworten bedürfen keiner Einstimmigkeit, sondern im Gegenteil, sie verlangen Vielfalt. Neu wird diese Heimat insofern sein, dass sie vertraute Heimatkonzepte nicht abtut, sondern fortgestaltet. Neu wird sie schließlich dadurch sein, dass sie viele Häuser und Wohnungen hat, dass sich in ihr Dresden, Deutschland und die Welt begegnen. Es kann keine wichtigere Aufgabe geben, als am Gemeinwesen einer neuen Heimat zu arbeiten.

In vielen europäischen Städten und Ländern wird derzeit hitzig über die Zukunft Europas diskutiert. Zu diesen Debatten leistet Dresden in drei Bereichen einen ganz spezifischen Beitrag, den in dieser Weise keine andere Stadt geben kann. So können wir entscheidend mithelfen, die Zukunft Europas zu gestalten.

Dafür bewerben wir uns mit folgenden Themen:

Der Titel wird zur Stadterneuerung beitragen, das internationale Profil der Stadt stärken, die Sicht auf Dresden von außen und innen verbessern, den Tourismus und die Kultur beleben.
Dr. David Klein, Leiter Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025
Bid Book

Bid Book

Am Freitag, 27. September, hat das Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025 unter dem Motto "Neue Heimat Dresden 2025" das Bewerbungsbuch für den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" zur Kulturstiftung der Länder geschickt. Kurator Michael Schindhelm, das Kulturhauptstadtbüro und viele weitere Akteure aus der Dresdner Stadtgesellschaft haben in den vergangenen Monaten intensiv an der Strategie und am Programm gearbeitet. Die 60 Seiten umfassende Bewerbung gestaltete die lokale Grafikagentur pingundpong nach festen - und für alle Bewerber einheitlichen - Vorgaben.

Der Prozess

Der Prozess

Wie läuft der Bewerbungsprozess und nach welche Kriterien wird bewertet? Hier finden Sie Hintergrundinformationen und Fakten.

Annekatrin Klepsch
Zweite Bürgermeisterin, Beigeordnete für Kultur und Tourismus

Die Kulturhauptstadt kann einen wichtigen Impuls geben, die Stadtgesellschaft zusammenzuführen. Eine Bewerbung um den Titel zielt nicht vordergründig auf ein tolles Jahr voller internationaler Events, die schnell verpuffen, sondern will langfristige Entwicklungen prägen und unterstützen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Kulturhauptstädten hat uns gezeigt, dass das eine riesige Chance ist. Ich freue mich auf den Diskussionsprozess und die damit beginnende Debatte in der ganzen Stadt.