19.11.2019

Die DDR-Kinder von Namibia

2020 jähren sich die Staatsgründung Namibias (21.3.1990) und die Wiedervereinigung Deutschlands (3.10.1990) jeweils zum 30. Mal. Diese beiden Ereignisse sind verbunden durch ca. 400 namibische Kinder, die ab 1979 zu ihrer Sicherheit aus den Flüchtlingslagern Angolas und Südwestafrikas in die DDR gebracht wurden. Dort wuchsen die Kinder für über 10 Jahre auf und gingen zur Schule, bis sie 1990 mit der Erlangung der Unabhängigkeit Namibias – und kurz vor der Vollendung der deutschen Einheit – zurückgebracht wurden.

In Interviews erkundete der Dramatugr Dirk Neldner, welche Definition von Heimat die ehemaligen „DDR-Kinder von Namibia“ in sich tragen. Sie erlebten einen mehrfachen Wechsel zwischen Kulturen, sind in der DDR sozialisiert und in Afrika erwachsen geworden. Oftmals auch wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Was bedeutet für die ehemaligen Exil-Kinder Heimat? Wie verorten sich die heute Mitte 40-jährigen und wo und wie leben sie, nachdem sie ihre Kindheit beschützt und behütet in der DDR verbrachten.

Dirk Neldner hatte die Gelegenheit einige von ihnen in Namibia zu besuchen und mit ihnen über ihre Biographien zu sprechen. Ihr Schicksal erzählt von Vielschichtigkeit der deutsch-namibischen (Kolonial-) Geschichte und den humanistischen Grundüberzeugungen der DDR.

In seinem Vortrag spricht er über seine Begegnungen und stellt das Kulturhauptstadtprojekt vor.